Was sind & wie funktionieren Contracts for Difference?

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Zuletzt aktualisiert: 11. Dezember 2019

Das Wichtigste in Kürze
  • Sie können mit CFDs auf die steigenden und fallenden Kurse von realen Finanzprodukten und Märkten setzen, ohne den jeweiligen Basiswert kaufen zu müssen.
  • Der Einsatz der Margin beim CFD-Handel sorgt für einen vergleichsweise niedrigen Kapitaleinsatz beim Handel, da Sie nur eine Sicherheitsleistung beim CFD-Broker hinterlegen.
  • Der Handel erfolgt über Hebel, sodass vergleichsweise hohe Gewinne aber auch Verluste möglich sind.
  • Der CFD-Handel ist nicht auf die Handelszeit der Börse ihres Landes beschränkt, sodass Sie Währungen und andere Assets rund um die Uhr kaufen können.

Bei den Contracts for Difference (CFDs), die mitunter auch als Differenzkontrakte bekannt sind, können Anleger von Kursbewegungen profitieren, ohne den eigentlichen Basiswert zu besitzen. Hierbei setzen die Trader auf fallende oder steigende Kurse der einzelnen Vermögenswerte oder aber der kompletten jeweiligen Finanzmärkte. Die Gewinne erzielen Anleger dabei über den Kurs der Differenz des jeweiligen Wertes zum Kaufzeitpunkt und zum Verkaufszeitpunkt. Da der Handel mit den CFDs mehrere Vorteile (aber auch Nachteile & Risiken!) bieten, wie Sie nachfolgend im Detail erfahren, hat die Beliebtheit des CFD-Handels in den vergangenen Jahren enorm zugenommen.

Die Geschichte des CFD-Handels

Bevor wir uns um die Details der CFDs kümmern, blicken wir nun auf ihre Geschichte. Entwickelt wurden Sie in den 1980er Jahren in London von der schweizerischen Großbank UBS. Dabei ging es darum, ein Finanzprodukt zu entwickeln, dass außerbörslich handelbar war und die britische Stempelsteuer in Höhe von 0,5 Prozent umgeht. Dies gelang mit den CFDs, die aber zunächst nur für institutionelle Anleger zum Hedging zur Verfügung stand. Im Oktober 1997 erfolgte der Start des Stock Exchange Electronic Trading (SET) an der Londoner Börse, durch das der elektronische Handel von Wertpapieren möglich war. Dies führte nicht nur zu einer erweiterten Ausnahmeregel für die Spekulationssteuer, sondern auch nach und nach zur Ermöglichung des CFD-Handels für Privatanleger, der einige Jahre später dann auch den Weg von England unter anderem nach Deutschland fand

Wie funktionieren die CFDs im Detail?

Wie schon angeführt, kauft oder verkaufen Sie beim CFD-Handel nicht die Aktie oder das Währungspaar oder einen sonstigen Basiswert selbst (ähnlich zu Binären Optionen). Stattdessen hinterlegen Sie bei einem Broker eine Art Sicherheitsmargin. Wenn also die Aktie beispielsweise einen Briefkurs von 45,00 Euro hat und der Händler kauft 50 Aktien, belaufen sich die Transaktionskosten auf 2.250 Euro zuzüglich Gebühren und Provisionen. Wenn Sie aber im CFD-Trading aktiv sind, können Sie auf den steigenden oder fallenden Kurs der Aktie setzen und müsst natürlich nicht den kompletten Wert der Aktie hinterlegen, sondern nur die Margin. Der Broker sperrt in unserem Beispiel 20 Prozent des Wertes mit der sogenannten Initial Margin. Sie müssen also in diesem Falle eine Sicherheitsleistung von 450 Euro als Margin hinterlegen.

Dabei gilt es aber, die Spread zu berücksichtigen. Wenn der Spread beispielsweise 4 Cent beträgt, muss die Aktie um 4 Cent zulegen, damit die Position den Punkt erreicht, an dem Sie Gewinne erzielen. Kritiker könnten nun ins Feld führen, dass beim direkten Besitz der Aktien hier ein Gewinn von 4 Cent vorhanden wäre. Allerdings gilt es dabei natürlich, die Provision zu berücksichtigen – sowie auch den höheren Kapitaleinsatz. Beim CFD-Handel können Sie zudem auf eine höhere Hebelwirkung zugreifen als beim traditionellen Handel. Allerdings gibt es hier seit August 2018 Einschränkungen.

Denn früher gab es CFD-Broker, die Hebel von bis zu 500:1 angeboten haben. Allerdings hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) im August 2018 ihre Vorschriften für die Hebel geändert. Seither hängt der Hebel von der jeweiligen Produktgruppe ab und liegt zwischen 2:1 (Kryptowährungen) und 30:1 (Hauptwährungspaare). Eine niedrigere Margin-Anforderung bedeutet weniger Kapitalaufwand für den Trader und somit auch höhere Renditepotenziale. Allerdings kann eine erhöhte Hebelwirkung jedoch auch die Verluste vergrößern. Zudem fallen mitunter auch Haltekosten an, wenn Sie beispielsweise eine Position über Nacht oder über das Wochenende halten, sowie Währungsumrechnungskosten, wenn die Werte in fremden Währungen gehandelt werden.

Weitere Vorteile des CFD-Handels

Nachdem wir schon den größten Vorteil des CFD-Handels aufgezeigt haben, blicken wir nun auf weitere Vorzüge. An erster Stelle steht hier der globale Marktzugang von einer Plattform aus, denn zahlreiche CFD-Broker offerieren ihre Offerten auf den wichtigsten Märkten weltweit, sodass Sie rund um die Uhr Zugriff haben. Zudem gibt es keine Leerverkaufsregeln im Gegensatz zu anderen Finanzinstrumenten, bei denen bestimmte Märkte das Leerverkaufen verbieten. Außerdem verlangen die meisten Broker keinerlei Gebühren oder Provisionen. Darüber hinaus gibt es auch keine Day-Trading-Anforderungen beim CFD-Handel. Während andere Märkte mitunter Mindestkapital für den täglichen Handel erfordern oder die Anzahl der täglichen Vorgänge beschränken, gibt es beim CFD-Handel keine entsprechenden Beschränkungen. Zudem gibt es auch eine große Anzahl von Handelsmöglichkeiten. So gibt es CFDs für

  • Aktien
  • ETFs
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • Forex
  • Staatsanleihen und
  • Kryptowährungen.

Die Nachteile des CFD-Handels

Natürlich wollen wir an dieser Stelle auch nicht die Nachteile verschweigen oder besser gesagt die Gefahren, die der CFD-Handel mit sich bringt. So ist es beispielsweise nicht möglich, von kleinen Kursschritten zu profitieren, wenn Sie den Spread bei Ein- und Ausgängen bezahlen müssen. Zudem verringert der Spread grundsätzlich den Gewinn, den Sie beispielsweise beim Kauf des Basiswertes hätten. Auch gibt es auch eine vergleichsweise schwache Regulierung der CFD-Branche. Von daher zählen beim Broker in Sachen Glaubwürdigkeit eher das Ansehen, die Langlebigkeit und die Finanzlage. Die meisten der bekannten CFD-Broker, die sich lange auf dem Markt halten, sind allerdings seriös.

Zudem birgt der CFD-Handel natürlich auch Risiken. Denn er verläuft schnell und Sie müssen stets genau überwachen, wie es um die Kurse bestellt ist. Wenn Sie beispielsweise größere Kursverluste nicht abdecken könnt, kann es vorkommen, dass der Anbieter Ihre Position schließt und Sie den Verlust begleichen müssen, ganz gleich, wie sich der Kurs danach entwickelt. Zudem gibt es auch Ausführungsrisiken aufgrund von Handelsverzögerungen.

Sebastian Neumer

Sebastian Neumer

Der begeisterte Privatinvestor und Fintech-Enthusiast schreibt regelmäßig Ratgeberartikel in den Bereichen Geldanlage & Finanzen. Nach vielen Jahren im Sales-Bereich und simultanem Studium der Wirtschaftswissenschaften, entschied er sich, sein erworbenes Wissen als Finanzjournalist weiterzugeben.