ETF-Sparplan: Vermögen aufbauen mit Fondssparplänen


Martin

Zuletzt Aktualisiert: 26. Juli 2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Sparpläne schalten die Emotion beim Investieren in ETFs und Fonds aus. Das Ergebnis sind bessere Renditen.
  • Das Anlegen von Sparplänen eignet sich im Besonderen für Anfänger als auch Anleger, welche sich nicht tiefergehend mit Finanzmärkten beschäftigen möchten. ETFs sind bereits diversifiziert. Es ist allerdings eine weitere Diversifizierung unter den ETFs möglich.
  • Bei den meisten Banken & Brokern kann bereits ab € 50,00 monatlich ein ETF-Sparplan oder Fondssparplan eingerichtet werden.
  • Wir empfehlen eine monatliche Sparrate von mind. € 100,00 über eine Dauer von 10 bis 15 Jahren.
  • Aufgrund der besseren Kursentwicklung sind Sparpläne auf passive ETFs anstatt aktive Investmentfonds zu bevorzugen.
  • ETF-Sparpläne können jederzeit angepasst, gestoppt und wieder fortgesetzt werden.
  • Der Sparbetrag kann auf Wunsch auf mehrere ETFs verteilt werden.
  • Im Gegensatz zu einmaligen ETF-Investments können bei Sparplänen kleinere Bruchstücke gekauft werden.

So funktioniert's in Österreich

1. Eröffnen Sie ein Depot bei einem günstigen & steuereinfachen österreichischen Broker wie zum Beispiel bei Flatex oder DADAT .

    - Flatex hat zwar eine größere ETF-Auswahl (inkl. Gratis-ETFs), bietet ein kostenloses Depot und ist schnell eröffnet.
    - DADAT hat eine kleinere ETF-Auswahl, dafür sind aber alle wichtigen ETF-Sparpläne vorhanden.

2. Loggen Sie sich ein und geben Sie die ISIN des ausgewählten ETFs ein, auf den Sie einen Sparplan einrichten möchten. Unsere Empfehlung ist der MSCI World - ISIN: IE00B4L5Y983.

3. Sie haben nun die Möglichkeit, einen Spar-Intervall von 1, 3, 6 oder 12 Monaten auszuwählen. Wir empfehlen einen monatlichen Sparplan über mindestens € 100,00 mit Abbuchung am 15./in der mitte jeden Monats.

Was ist ein Sparplan auf ETFs und Fonds?

Sparpläne bieten die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen einen beliebigen, passiv gemanagten ETF oder auch aktiven Investmentfonds zu besparen. Letzteres kennt man auch unter dem Begriff “Fondssparen”.

Gegenüber einem einmaligen Investment hat dies folgende Vorteile:

  • Ein Sparplan benötigt kein großes Kapital und kann in den meisten Fällen bereits ab einer Sparrate € 25,00 eingerichtet werden. Es können kleine Bruchstücke eines Fonds gekauft werden, welche bei einem Einmalinvestment nicht möglich wären.
  • Das größte Problem an der Börse sind emotionale & irrationale Handlungen. Ein Sparplan kennt dies nicht und verhilft so zu mehr Gewinn. Anleger neigen nämlich generell dazu bei hohen Kursen einzusteigen und bei sinkenden Kursen auszusteigen. Im ersten Fall wird zu teuer eingekauft und im zweiten Fall irrational gehandelt. Durch einen Sparplan wird unabhängig davon investiert. Was bleibt, ist ein Durchschnittspreis.

Durch die breite Streuung des dahinterliegenden ETFs ist ein Sparplan auch immer perfekt diversifiziert. Sie müssen sich also keine Anlagestrategie überlegen oder einzelne Aktien miteinander vergleichen.

Vorteile

  • Bereits ab 100 €
  • Sparpläne sind perfekt für alle, die sich nicht mit Finanzen & Investments beschäftigen möchten.
  • Einmal eingerichtet, läuft ein Sparplan völlig automatisch, ohne dass Sie etwas dafür tun müssten.
  • Man kann kaum etwas falsch machen und verdient etwa 8% jährlich bei einem Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahren.

Nachteile

  • Langer Atem benötigt: Sparpläne sind nichts für Ungeduldige.

Für wen sich ein Sparplan eignet

Wir sagen es nicht oft bei Anlageprodukten, aber ein ETF-Sparplan eignet sich so gut wie für jeden, der Geld anlegen möchte und dazu mindestens € 50 Euro monatlich auf der Seite hat. Das ist für die meisten berufstätigen Menschen absolut machbar.

Sie bekommen einerseits sehr viel mehr am Sparbuch, brauchen bei Sparplänen andererseits aber auch kein großes Wissen, wenn es ums Investieren geht.

Flexibel in Notlagen

Auch wenn ein Sparbetrag von € 50,00 oder € 100,00 nicht wirklich hoch ist, so kann es immer passieren, dass man einen Sparplan aussetzen muss.

Sollte so eine Pause nötig sein, ist dies absolut kein Problem. Auch kann der Sparplan nach der Durststrecke problemlos wieder fortgesetzt werden.

Entscheidet sich der Anleger nach der Pausierung gegen einen Wiedereinstieg, verhält sich der bislang angesparte ETF-Teil wie eine normale Investition. Bedeutet, dass man einfach am normalen Kursverlauf des ETFs partizipiert, jedoch keine regelmäßigen Anteile im Rahmen des Sparplans mehr zukauft. Trotzdem kann der angesparte Anteil jederzeit erweitert oder verringert werden.

Nur ein ETF-Sparplan macht wirklich Sinn

Als Neuling steht man vor einer riesigen Auswahl an ETFs und einer noch größeren an Fonds. Da ist die Verlockung groß, zu einem Investmentfonds zu greifen, welcher von einem Fondsmanager zusammengestellt wurde.

Doch warum ist dies eigentlich keine gute Idee?

Fonds werden von einem Fondsmanager aktiv verwaltet und kosten somit nicht nur um einiges mehr als ETFs, sondern schneiden auch sehr viel schlechter ab als ETFs, welche einen Aktienindex nachbilden.

Warum es keine Rolle spielt, wann Sie einsteigen

Ein Sparplan ist eine auf lange Sicht angelegte Anlage von 10 bis 15 Jahren. Wenn man sich die großen Indizes dieser Welt ansieht, hat diese Zeitspanne in der Vergangenheit immer für eine Rendite von etwa 8% jährlich gesorgt.

Aus diesem Grund spielt der Einstiegszeitpunkt überhaupt keine Rolle, da Sie nicht wissen können, ob die Kurse gerade hoch oder niedrig sind. Planen Sie von Anfang an einen langen Anlagehorizont ein und warten Sie nicht auf die nächste Weltwirtschaftskrise. Die 10-15 sorgen in der Nachbetrachtung für einen sehr guten durchschnittlichen Preis.

Der beste ETF-Sparplan - Unsere Empfehlungen

Da auf so gut wie jeden ETF ein Sparplan eröffnet werden kann, stellt sich eigentlich nur die Frage nach dem besten ETF. An der Stelle gibt es aus unserer Sicht nur zwei Punkte zu beachten:

  • Kaufen Sie nur Sparpläne auf thesaurierende ETFs
  • Am besten eignet sich einer der beiden großen MSCI-World
ETF-ISIN Herausgeber Beschreibung
MSCI World
Thesaurierend (Empfehlung):
IE00B4L5Y983
Ausschüttend:
IE00B0M62Q58
iSharesDer MSCI World ist der wohl bekannteste ETF mit insgesamt 1.600 enthaltenen Unternehmen aus vorwiegend amerikanischen und europäischen Industrieländern.
MSCI All Countries World Index (UCITS ACWI)
Thesaurierend:
IE00B6R52259
iSharesMit 2500 Unternehmen extrem breit aufgestellt. Mischung aus Industrie- & Schwellenländern.
Großes Wachstumspotential.

Es gibt mehrere Varianten des MSCI World mit unterschiedlichen Ausprägungen. Der bekannteste davon ist der IE00B4L5Y983, welcher aus 1.600 Unternehmen besteht und somit ausreichend diversifiziert wird. Wenn Sie sich für die thesaurierende Variante entscheiden, werden Dividende sowie Zinserträge auch gleich reinvestiert.

Wenn Sie es eine keine Spur risikoreicher mögen, nehmen Sie den MSCI All Countries World Index (IE00B6R52259), in dem auch Schwellenländer enthalten sind.

Welcher Broker ist für Sparpläne geeignet? Ein Anbieter-Vergleich.

Es gibt im österreichischen Raum im Endeffekt drei Broker, welche sich für das Anlegen von Sparplänen eignen. Das ist zum einen die DADATFlatex, sowie der Hello Broker.

Flatex Dadat Hello Bank
Sparpläne Viele ETFs, manche davon sogar kostenlos. Etwa 4.000 Fonds. Alle relevanten ETFs vorhanden sowie über 10.000 Fonds. Da gehören in erster Linie natürlich die beliebten MSCI World-Sparpläne. Gutes Mittelfeld was ETFs angeht und etwa 10.000 Fonds.
Sparraten ab € 50,00 € 50,00 € 50,00
Sparplan-Intervalle Monatlich & Quartalsweise Monatlich & Quartalsweise Monatlich & Quartalsweise
Gebühren 1,50 € + ATC (Additional Trading Costs; Ca. 0,3-0,5%) 1,50 € + 0,175 % 2,00 € + 0,275 %
Anmerkungen Unser aktueller Testsieger! Flatex ist bei Sparplänen eine Spur günstiger als DADAT und bietet auch sonst ein in Österreich beliebtes Depot für andere Wertpapiere. DADAT ist quasi gleichauf mit Flatex, da es mittlerweile nur wenig Unterschiede gibt, was Sparpläne betrifft. Bei den Sparplänen zwar nicht sehr viel teurer als die Konkurrenz, dafür höhere Depotgebühren als DADAT und Flatex.
Webseite

Geht man von den reinen Kosten aus, bekommen Sie ETF-Sparpläne bei Flatex sowie DADAT am günstigsten. An dritter Stelle folgt der Hello Broker.

Dass es aber nicht ganz so einfach ist, wird erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Bei Flatex werden nämlich die sogenannten ATC-Kosten verrechnet. Diese fallen immer in unterschiedlicher Höhe aus  und betragen irgendetwas zwischen 0,3% - 0,5% des Kurswertes. Manchmal sind diese bereits in den Sparplan-Preis eingerechnet, manchmal separat ausgewiesen. Ein wirklich transparentes Gefühl bei den den Flatex-Sparplänen hat man auf den ersten Blick nicht. In der Praxis liegen die Kosten allerdings trotzdem eine Spur unter DADAT. Ein Manko können die Minuszinsen sein, welche allerdings nur auf das Geld am Verrechnungskonto im Depot verrechnet werden. Da das Geld aber üblicherweise im Markt investiert ist, wird das nur wenige Anleger betreffen.

Aus diesem Grund legen wir Ihnen was Sparpläne angeht, Flatex oder DADAT ans Herz. Die Gebühren für Sparpläne sind mittlerweile auf einem ähnlichen Niveau. Sehen Sie sich am besten beide Webseiten an (Flatex+DADAT) an und entscheiden Sie dann.

Bei beiden Brokern gibt es darüber hinaus auch einige Fonds, welche die folgenden Bereiche abdecken:

Rohstoffe Selbstfahrende Autos
Künstliche Intelligenz Day-Trading
Emerging Markets Solarenergie
Small Caps Österreichische Aktien
ETFs Fonds
Hebelprodukte Technologie
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Wie wird ein Sparplan gestartet?

Um einen Sparplan einzurichten, wird ein Depot bei einer Bank oder einem Broker benötigt. Weiter oben haben wir einen Vergleich der für Österreich infrage kommenden Anbieter erstellt.

Je nach Broker kann die Depoteröffnung wenige Minuten bis mehrere Wochen dauern, sollte zum Beispiel nur das langsame PostIdent-Verfahren verfügbar sein.

Sobald Sie Ihre Zugangsdaten erhalten haben, loggen Sie sich ein und suchen Sie nach der ISIN des gewünschten ETFs oder Fonds.

Nun haben Sie die Möglichkeit, einen Anteil am ausgewählten ETF zu kaufen oder auch einen Sparplan einzurichten.

Welcher Intervall ist zu empfehlen?

Welche Sparplan-Intervalle (Perioden) gewählt werden können, ist vom jeweiligen Broker abhängig. Meist werden mehrere Optionen angeboten, welche von monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich ausgeführt werden.

Wir empfehlen einen monatlichen Sparplan bei Sparraten bis € 100,00. Das sind jährlich somit € 1.200,00.

Häufig wird Ihnen auch die Wahl überlassen, ob das Geld immer am 1. oder erst am 15. eines neuen Monats abgebucht wird. Der Hintergrund dabei ist, dass manche berufstätige Ihren Lohn nicht sofort mit Monatsanfang, sondern ein paar Tage später überwiesen bekommen. In solchen Fällen kann es angenehmer sein, wenn die Sparrate erst mit 15. eines Monats abgezogen wird.

Weiterführende Informationen, Literatur & Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rsengehandelter_Fonds
https://www.justetf.com/de/academy/was-sind-etfs.html
https://www.wienerborse.at/marktdaten/exchange-traded-funds/

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Bisher 3 Kommentare
  1. Was bedeutet Minus Zinsen (flatex) bei einem ETF Portfolio? Hängt das mit dem Kursentwicklung zusammen? Welches Minus ist da gemeint?

    1. Hallo Stefan!
      Die Minuszinsen beziehen sich ausschließlich auf das Geld am Verrechnungskonto. Wenn dieses Geld aber investiert ist (zB. in einen ETF) fallen keine Minuszinsen an.
      Wir werden den Artikel gleich anpassen, um es verständlicher zu machen und da sich sowieso etwas geändert.
      Beste Grüße,
      AllesBroker

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